Netzplanung -> Stochastisches Modell (Software)

Julian Pi, Donnerstag, 14. September 2017, 08:38 (vor 36 Tagen)

Hallo Michael,

Für eine Genauigkeitsüberprüfung eines Instruments habe ich eine Voranalyse berechnet. Das 3D-Testfeld: Bodenfläche ca. 18x18m, Wandfläche ca 18x10m, (s. Netzskizze). Ich hoffe das klappt mit dem Bild...
[image]

Das stochastische Modell hab ich wie folgt festgelegt:
- Streckenmessgenauigkeit: 1mm
- Winkelmessgenauigkeiten (Hz,Vz): 1,5 mGon + die voreingestellten 0,5mm, die soweit ich richtig verstehe, als Zieleinstellfehler interpretiert werden können, richtig?

In dieser Konstellation ergibt sich eine 3D-Genauigkeit für die Datums- und Neupunkte von ca. 0,3mm und eine durchschnittliche Redundanz für alle Beobachtungsgruppen von 0,6. Soweit so gut...

Auf den kurzen Distanzen kann man den Zieleinstellfehler meiner Meinung nach vernachlässigen, weil die Richtungsgenauigkeiten durch diesen Anteil im Nahbereich verschlechtert werden. Dann ergeben sich durschnittliche Redundanzen für:
-Hz: 0,1
-SD: 0,9
-Vz: 0,4

Die Punktgenauigkeiten werden deutlich besser, was auch logisch ist. Aber warum sind die Redundanzen der Hz-Winkel so gering, obwohl das Genauigkeitsniveau angehoben wurde? Logischer wären doch Redundanzen für Hz von 0,9 und für SD 0,1 oder nicht?

Hast du eine Begründung dafür?
Vielen Dank im Voraus
Julian

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Netzplanung -> Stochastisches Modell

Micha ⌂, Bad Vilbel, Freitag, 15. September 2017, 19:34 (vor 35 Tagen) @ Julian Pi

Hallo Julian,

Ich hoffe das klappt mit dem Bild...

Nein, leider nicht. Dropbox ist sicher nicht geeignet, da Du hier Freigaben machen musst. Nutze einfache einen kostenlosen Upload-Dienst für Bilder.

- Winkelmessgenauigkeiten (Hz,Vz): 1,5 mGon + die voreingestellten 0,5mm, die soweit ich richtig verstehe, als Zieleinstellfehler interpretiert werden können, richtig?

Ja, das sind Unsicherheiten in der Zentrierung, die mit den 0,5 mm berücksichtigt werden.

Auf den kurzen Distanzen kann man den Zieleinstellfehler meiner Meinung nach vernachlässigen, weil die Richtungsgenauigkeiten durch diesen Anteil im Nahbereich verschlechtert werden.

Das würde ich nicht so sehen. Die Unsicherheit in der Zentrierung wirkt hochgradig im Nahbereich. Eine Zentrierunsicherheit von 0,5 mm entspricht bei 10 m Zielweite eine Winkelunsicherheit von 3 mgon. Bei einer Strecke von 1000 m sind es hingegen nur 0,03 mgon. Folglich kannst Du diesen Anteil bei langen Zielweiten ggf. vernachlässigen aber im Nahbereich gerade nicht.

Aber warum sind die Redundanzen der Hz-Winkel so gering, obwohl das Genauigkeitsniveau angehoben wurde?

Da genauere Messungen immer die ungenaueren Messungen kontrollieren, führt eine kleine Unsicherheit in einer Beobachtung dazu, dass diese Beobachtung andere (nicht so genaue) Beobachtungen stärker kontrolliert. Diese nicht so genauen Beobachtungen haben folglich nun einen höheren Redundanzanteil. Die genaue Beobachtung hingegen ist nicht mehr so gut kontrolliert (und hat einen kleineren Redundanzanteil). Wenn Du eine Messung mit einem Interferometer hast und eine mit einem Messband, dann wird das Messband keinen nennenswerten Beitrag zur Kontrolle der Interferometerstrecke beitragen - andersherum jedoch schon.

Viele Grüße
Micha

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Tags:
JAG3D, Netzplanung, Stochastisches Modell

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