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Modellfehler nach Trimble-JobXML Import (Software)

Micha ⌂, Bad Vilbel, Samstag, 20.01.2018, 10:02 (vor 92 Tagen) @ MarioR

Hallo,

Dadurch wird intern die 0-Gon-Richtung auf Nord (t0=0gon) gesetzt.

Näherungsweise mag das zutreffen. Für die Ausgleichung spielt es aber keine Rolle, wo die Nullstellung war. Einige Programme setzten die Richtung zum längsten Fernziel auf Null und reduzieren den Rest auf diese Richtung.

Nach der der Mittelbildung sind bei einigen Standpunkten die Richtungen nicht mehr den im Trimble gesetzten Wert in der 1. FRL entsprechend, sondern um 200 gon verdreht.

Anhand einer Richtung kann JAG3D nicht erkennen, ob es die erste Fernrohrlage oder eben die zweite ist. Dies spielt aber keine Rolle. Wichtig ist doch, dass die Messungen korrekt einsortiert worden sind: Messungen in derselben Fernrohrlage wurden jeweils korrekt zusammengefasst.

Nach der Ausgleichung sind dann dementsprechend die Orientierungskonstanten, genauer deren geschätze Modellstörung auf +-200 gon und daraus die Tprio in Astronomische Werte "geschossen".

Die Teststatistiken für die unbekannte Orientierung spielt eigentlich keine Rolle. Sie wäre für die Behandlung von Azimuten interessant und wird deshalb ausgegeben.

Was mir auch nicht klar ist, oder vielleicht auch aus dem "Mittelwert-Problem" resultiert, warum man zu erst die Näherungskoordinaten berechnen muss und dann die Mittelwertbildung durchführen kann.

Wenn Du Näherungskoordinaten hast, nutze sie. Die meisten Tachymeter bestimmen doch die Koordinate on-the-fly mit. Anhand der Näherungskoordinaten kann ein Abriss bestimmt werden, sodass die Richtungen korrekt zugeordnet werden können. Erst wenn die Orientierung und die Lagen bekannt sind, ist doch klar, was zu mitteln ist. Der Anwender hat unendlich viele Möglichkeiten, Richtungen zu messen und hierbei die Lagen zu vertauschen. Gebräuchlich ist vielleicht I, I, I,... II, II, II, ... aber auch I, II, I, II, ... ist denkbar und dann gibst es noch Mischformen.

Wird zu erst die Mittelwertbildung durchgeführt und danach erst die Näherungskoordinaten berechnet, dann liegen diese völlig im "Nirvana".

Wenn Du erste die Mittelwertbildung durchführst, dann schau Dir die Richtungen jetzt mal an. Es sind sicher welche dabei, die auf die II. Lage reduziert und gemittelt wurden, oder?

Warum verwendest Du die Koordinaten aus dem Tachymeter nicht?

Viele Grüße
Micha

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