Report (Software)

juliag, Mittwoch, 08. März 2017, 12:16 (vor 17 Tagen)
bearbeitet von Micha, Freitag, 10. März 2017, 14:42

Hallo alle zusammen,

ich habe einige Fragen bezüglich des Reports, die nach der Ausgleichung ausgegeben wird.

Es tut mir leid, dass es jetzt mehrere Fragen geworden sind, jedoch war einiges für mich als Anfängerin noch etwas unklar.

SCHÄTZUNG UND PRÜFUNG DER VARIANZKOMPONENTEN

- liege ich richtig, wenn Ich die Spalte Φ-1 (Fr,∞,1-α) als Teststatistiken in Abhängigkeit der Freiheitsgrade r bis unendlich interpretiere?

- Was genau besagt diese Spalte TG ≤ Φ-1 | H0 in den Tabellen?

- Ich laß, dass die Werte bei den Standardabweichungen 1 : σ2G normalerweise zwischen 0.6 und 1.4 liegen sollten, jedoch liegen meine Werte weit unter diesem Bereich. Was ist der Grund dafür? Wäre dann meine Ausgleichung fehlerhaft?

- Ebenfalls habe ich gelesen, dass der Redundanzanteil normalerweise über 50 sein sollte, bei mir wiederum liegt der Redundanzanteil weit unter dem Wert 50. Was kann der Grund dafür sein?

LAGENEUPUNKTE

- Würde es richtig sein, wenn ich die Werte von den Spalten εδY und εδX als Beobachtungsabweichung und die Werte der Spalten Ak und Bk als Halbachsen des Konfidenzellipsoids interpretiere?

ZUVERLÄSSIGKEITEN DER BEOBACHTUNGEN

- Hier möchte Ich meine Werte, die mir als minimaler und durchschnittlicher Redundanzanteil, maximale und durchschnittliche Testgröße und maximaler und durchschnittlicher Einfluss auf die relative Punktlage EP ausgegeben werden beurteilen. Jedoch weiß ich nicht nach welchen Normen ich mich richten muss für die Beurteilung dieser Werte? Gibt es eine Norm? Das selbe Problem natürlich auch bei den Zuverlässigkeiten der Horizontalstrecken..

RICHTUNGEN UND HORIZONTALSTRECKEN

- In diesem Punkt sind mir die ausgegebenen Zusatzparameter noch etwas unklar gibt es eine genauere Beschreibung was die Werte genau aussagen?
- Die Kenngrößen die am Ende der Tabelle für die Beobachtungsabweichung, den Redundanzanteil, die geschätzte Modellstörung sowie der gewichteten Verbesserungsquadratsumme ausgegeben werden möchte Ich beurteilen. Was sagen diese aus gibt es Normen, an die Ich mich richten kann ob diese gut verlaufen sind oder nicht?


Ich möchte mich für diese vielen und ausführlichen Fragen erstmals entschuldigen. Für mich ist das alles etwas neu und Ich versuche mich in das Themengebiet einzuarbeiten.

Viele Grüße
Julia

Report

Pierre @, Lindlar, Donnerstag, 09. März 2017, 17:44 (vor 16 Tagen) @ juliag

Hi,

bei einigen von deinen Fragen muss ich "passen" bzw. wird Dir Micha da besser weiterhelfen können.;-)

Das Verhältnis 1 : \sigma^2 besagt wie gut dein stochastisches Modell a priori und a posteriori zusammenpassen. Mit dem Bereich 0,6-1,4 liegst Du schon richtig. Hierzu findest Du auch etwas im Wiki unter:Varianzkomponentenschätzung
Wenn das Verhältnis sehr weit unter 1 liegt, sind deine a priori Annahmen viel zu pessimitisch und dein Berechnungserbnis ist viel genauer bzw. besser als Du es erwartest.

Zum Redundanzanteil findest Du im Wiki etwas unter: Zuverlässigkeitsmaße in der Netzausgleichung. Mit dem Bereich 0,3-0,7 liegt man hier schon ganz gut. Vermeiden sollte man einen Redundanzanteil von kleiner als 0,1 auch im Sinne der Grobfehlersuche. Ohne konkretes Beispiel ist es für mich schwer etwas dazu zu sagen. Zum Erhöhen des Redundanzanteils kommen Wiederholungs-/Mehrfachmessung in Betracht. Eine "sinnvolle" Netzgeometrie begünstigt dies ebenso.

Ohne nähere Infos wird dein Netz vielleicht einfach "schlecht" kontrolliert sein.

Zu den Lageneupunkten, ja da müsstest Du richtig liegen. In diesem Fall müssten das die Abweichungen zu den Näherungskoordinaten sein und das andere sind Halbachsen des Konfidenzellipsoids. Hierzu ist die Tabelle Abkürzungen im Wiki vielleicht noch hilfreich.

Die Zusatzparameter bei den Richtungen sin die Orientierungsunbekannte o, also die Verdrehung des Richtungssatzes (Teilkreisorientierung) im jeweiligen Koordinatensystem, deren Standardabweichung und deren Konfidenzbereich.

Das mit den "Normen und Vorgaben" ist nicht ganz einfach. Ich glaube in der DIN zur Ingenieurvermessung dürfte dazu etwas zu finden sein - muss ich mal nachschauen. Für den Bereich der Katastervermessung gibt es bspw. diverse amtliche Regelwerke. Vieles davon muss aber immer im konkreten Fall betrachtet werden;-)

Ich hoffe das Dir das schonmal ein wenig weiterhilft.

Gruß
Pierre

Report

juliag, Freitag, 10. März 2017, 10:20 (vor 15 Tagen) @ Pierre

Hallo Pierre,

vielen lieben Dank für deine hilfreiche Antwort. Ich bin jetzt nicht mehr ganz so verwirrt wie am Anfang. Du hast mir wirklich weitergeholfen!

Beste Grüße
Julia

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Report

Micha ⌂, Bad Vilbel, Freitag, 10. März 2017, 14:42 (vor 15 Tagen) @ juliag

Hallo,

ich habe Pierres Antwort eigentlich nichts hinzuzufügen. Es gibt für die Kenngrößen keine direkten Normen außer die Vorschriften der Landesvermessung/Katasterämter. Aber auch diese würde ich mehr als Richtlinie verstehen. Normen oder Grenzwerte haben den Nachteil, dass man sich keine Gedanken mehr über diese Kenngrößen macht, sondern versucht, dieser Norm gerecht zu werden - ob nun sinnvoll oder eben nicht. Es lässt sich leicht zeigen, dass ein Redundanzanteil von 50% eben nicht ausreicht, um einen Ausreißer zu identifizieren. Dennoch gibt es die von Pierre bereits zitierte Einteilung, wonach >10% bereits als ausreichend gelten.

Viele Grüße
Micha

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