Zentrierungsgenauigkeit anbringen (Allgemeines)

Martin, Samstag, 04. Juli 2015, 15:46 (vor 836 Tagen)

Hallo zusammen,

ich hätte eine Frage:

Ich habe ein Netz aus 9 Punkten in Zwangszentrierung gemessen. Jeder Punkt war einmal Instrumentenstandpunkt und von da aus wurden alle anderen beobachtet.

Nach meiner Netzausgleichung mit JAG3D erhalte ich eine Standardabeichung der Koordinaten von ungefähr 0,15mm.

Das Gerät, mit dem die Punkte zuvor zentriert wurden liefert unter der Berücksichtigung der Gerätehöhe eine Zentriergenauigkeit von 2,5mm.

Wie sind diese auf meine erhaltenen Standardabweichungen der Koordinaten anzubringen?

Schon mal im Voraus herzlichen Dank.

Gruß

Martin

Avatar

Zentrierungsgenauigkeit anbringen

Micha ⌂, Bad Vilbel, Samstag, 04. Juli 2015, 16:04 (vor 836 Tagen) @ Martin

Hallo Martin,

Wie sind diese auf meine erhaltenen Standardabweichungen der Koordinaten anzubringen?

Zum Beispiel durch Anwendung allg. Varianzfortpflanzung (oder vergleichbarer Verfahren bspw. MCS).

Schöne Grüße
Micha

--
kostenlose Scripte und Software nicht nur für Geodäten || Portal für Geodäten mit angeschlossenem Forum-Vermessung

Avatar

Zentrierungsgenauigkeit anbringen

Micha ⌂, Bad Vilbel, Montag, 06. Juli 2015, 12:09 (vor 834 Tagen) @ Martin

Hi Martin,

ich habe noch etwas über Dein Problem nachgedacht und meine, dass Du das auch in JAG3D lösen kannst. Du müsstest hierfür den Umweg über eine Netzplanung gehen. Die Netzplanung basiert auf Deinen a-priori Annahmen bzgl. der einfließenden Unsicherheiten. Sofern Deine a-priori Annahmen stimmen, erhältst Du auch gesicherte Ergebnisse bzgl. Deiner Neupunkte.

Ich würde daher das Ergebnis(!) Deiner Ausgleichung als Grundlage für eine Netzplanung nehmen. Du importierst also die ausgeglichenen Koordinaten in JAG3D (ohne deren Standardunsicherheit) und die Beobachtungen. Das stochastische Modell für Deine Beobachtungen setzt Du, wie gehabt. Theoretisch kannst Du bei den Richtungen über σc und bei den Strecken über σa eine Unsicherheit in der Zentrierung bereits definieren. Diese trifft aber nur bedingt auf Dein Beispiel zu, da es eher als Unsicherheit in der Anzielung zu verstehen wäre. Durch Deine Zwangszentrierung hast Du den zufälligen Charakter aber zerstört. Wenn Du also schlecht aufgebaut hast, misst Du unter Umständen hoch-genau daneben.
Daher würde die die Punkte, die Du mit einer Zentrierunsicherheit zusätzlich berücksichtigen willst, als Anschlußpunkte definieren. Dieser Punktart kannst Du eine Unsicherheit zugestehen, sodass Du dort die Unsicherheit Deines Aufbaus berücksichtigen kannst.

Im Ergebnis erhältst Du damit die Unsicherheiten aus der Netzplanung und die eigentlichen ausgeglichenen Koordinaten aus der echten Ausgleichung. Da es keine Verbesserungen in der Planung gibt, beruhen die Unsicherheiten der Punkte ausschließlich auf Deinen a-priori Annahmen.

Schöne Grüße
Micha

--
kostenlose Scripte und Software nicht nur für Geodäten || Portal für Geodäten mit angeschlossenem Forum-Vermessung

RSS-Feed dieser Diskussion