JAG3D 3.0 - Dynamische Netzausgleichung - Nivellement (Software)

Pierre @, Lindlar, Dienstag, 17. August 2010, 13:33 (vor 2558 Tagen)

Hi Micha,

ich bin gerade dabei meine erste Kontrollmessung (Deformationsmessung) mit JAG3D in der Version 3 auszugleichen und mir sind in der aktuellen Version ein paar Dinge nicht ganz klar:

Beim Erfassen von Nivellement-Daten, also Höhenunterschieden konnte ich mit der rechten MT auswählen ob ich eine streckenproportionale Gewichtung wünsche. In der Version 3 gibt es jetzt Sigma(const) und Sigma(varia) und die Möglichkeit bei der Erfassung ein Sigma(0) sowie die Strecke anzugeben.

Was muss ich wo einstellen bzw. eingeben, um eine streckenproportionale Gewichtung zu erreichen. Ich habe bei Sigma(varia) meine Standardabw. und die Strecken unter s eingegeben. Ich habe das ganze in JAG3D Version 2 ausgeglichen komme aber egal was ich wie einstelle bei der Version 3 nicht auf identische Ergebnisse.:-|

Mit dem ganzen Spass möchte ich eine Höhenausgleichung von einem Neupunkt mit 3 Anschlusspunkten durchführen. Die Genauigkeiten der Anschlusspkt. kommt aus einer freien Ausgleichung (Nullmessung). Für die Varianzkomponentenschätzung bekomme ich dann für die Anschlusspkt. einen utopisch kleinen Wert heraus und für die Genauigkeit des Neupunktes eine ziemlich große Standardabw. ?! :-S

Da stehe ich irgendwie aufm Schlauch ... Mal wieder ... ;-)

JAG3D 3.0 - Dynamische Netzausgleichung - Nivellement

Pierre @, Lindlar, Dienstag, 17. August 2010, 13:47 (vor 2558 Tagen) @ Pierre

Achso der Link zum Beispiel-Projekt:

http://www.vermpedia.de/downloads/JAG3D/3255-1kontrollmessung.zip

Ich sehe gerade ich habe beim Eintragen der Standardabw. der Anschlusspunkte drei Nullen vergesses -> daher die hohe Standardabweichung. Hmmm aber die Varianzkomponentenschätzung passt immer noch nicht ... :-/

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Pierre @, Lindlar, Dienstag, 17. August 2010, 15:07 (vor 2558 Tagen) @ Pierre

http://www.vermpedia.de/downloads/JAG3D/beispiel-jag3d-v2.zip

Hier hab ich mit der letztden JAG3D Version 2.0 die dynamische Höhenausgleichung gerechnet und bin der Meinung das die Ergebnisse etc. auch so Ok sind. Die Varianzkomponentenschätzung passt soweit, weiß blos nicht warum der Faktor für die Anschlusspunkte so sehr gering ist?!

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Micha ⌂, Bad Vilbel, Dienstag, 17. August 2010, 22:18 (vor 2557 Tagen) @ Pierre

Hallo Pierre,

ich habe Dein Höhennetz mal portiert in die aktuelle Version von JAG3D 3.0, damit Du siehst, wie es dort funktioniert bzw. die Einstellungen zu setzen sind.

http://dev.derletztekick.de/3255-v3.zip

(Ich habe alle Höhenunterschiede aktiviert!)

Ich konnte nicht ganz rekonstruieren, ob sich alle Deine Fragen geklärt haben oder nicht. Sollte ich etwas vergessen, frag bitte noch mal nach.

Beim Erfassen von Nivellement-Daten, also Höhenunterschieden konnte ich mit der rechten MT auswählen ob ich eine streckenproportionale Gewichtung wünsche. In der Version 3 gibt es jetzt Sigma(const) und Sigma(varia) und die Möglichkeit bei der Erfassung ein Sigma(0) sowie die Strecke anzugeben.

Korrekt. Wenn Du eine Strecke angibst, wird streckenproportional das Gewicht nach folgender Formel bestimmt (Varianz):

\sigma^2 = \sigma_{const}^2 + \sigma_{varia}^2 \cdot D[m]

Den festen Anteil kannst Du nicht zu Null setzen. Wenn dieser aber keine Rolle spielen sollte, dann gib hier eine ganz kleine Zahl ein. Die Strecken müssen nun einheitlich in Meter vorliegen und sind nicht mehr in km einzutragen.

egal was ich wie einstelle bei der Version 3 nicht auf identische Ergebnisse.:-|

Bei dem Projekt oben kommt das (nun) hin. Denk dran, ich habe alle Höhen aktiviert. Hast Du die Höhenunterschiede mit unterschiedlichen Geräten bestimmt oder welchen Grund gibt es, sie unterschiedlich zu gewichten?

Für die Varianzkomponentenschätzung bekomme ich ...

Grundsätzlich würde ich hier nicht so viel Wert auf die Varianzkomponentenschätzung legen. Du hast nicht gerade viel Messungen, um die Varianzanteile sicher zu bestimmen.

Gruß Micha

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Nivellement, JAG3D, Ausgleichung, Höhennetz

JAG3D 3.0 - Dynamische Netzausgleichung - Nivellement

Pierre @, Lindlar, Mittwoch, 18. August 2010, 08:51 (vor 2557 Tagen) @ Micha

Morgen,

bei mir kommt es jetzt auch hin ... :-) Das man die Strecken in Meter eintragen muss ist ja eigentlich logisch, aber bei der alten Version hast Du die Einheit ja angegeben ... dann hatte es sich erübrigt.

Bei dem Projekt oben kommt das (nun) hin. Denk dran, ich habe alle Höhen aktiviert. Hast Du die Höhenunterschiede mit unterschiedlichen Geräten bestimmt oder welchen Grund gibt es, sie unterschiedlich zu gewichten?

Die Höhenunterschiede sind alle mit dem gleichen Instrument bestimmt, aber gerade bei den Messungen von 902 -> 901 hatte ich Probleme (Sonne, starker Verkehr etc.) und deswegen hatte ich den Ansatz, diese abzugewichten. Die anderen beiden (902->903 und 902->904) habe ich jetzt gleich gewichtet.

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Micha ⌂, Bad Vilbel, Mittwoch, 18. August 2010, 18:05 (vor 2556 Tagen) @ Pierre

Hallo,

bei mir kommt es jetzt auch hin ... :-)

Gut zu wissen...

Das man die Strecken in Meter eintragen muss ist ja eigentlich logisch, aber bei der alten Version hast Du die Einheit ja angegeben

Ich fand das konsequenter. Die Rechnung ist ja identisch. Die Anpassung zur Bestimmung der a-priori Standardabweichung habe ich auch deshalb gemacht, weil es konsequenter ist. Alle Beobachtungstypen haben einen festen und einen variablen Anteil - warum soll es beim Nivellement anders sein?!

Die Höhenunterschiede sind alle mit dem gleichen Instrument bestimmt, aber gerade bei den Messungen von 902 -> 901 hatte ich Probleme (Sonne, starker Verkehr etc.) und deswegen hatte ich den Ansatz, diese abzugewichten.

Achso, dass wusste ich nicht.

Weiterhin viel Erfolg!
Micha

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Netzausgleichung, JAG3D, Nivellement

JAG3D 3.0

Pierre @, Lindlar, Montag, 23. August 2010, 11:07 (vor 2552 Tagen) @ Pierre

Hi Micha,

bin gerade dabei ein 2D-Netz mit Richtungen und Horizontalstrecken auszugleichen und hängt sich die aktuelle Version v3.0.20100812 komplett auf.

Berechnung läuft...
Prüfe Anzahl der Beobachtungen pro Punkt ...

JAG prüft und prüft und prüft ... :-/ ... Beenden geht nur über Task-Manager ...

Mit der Version 2 läuft alles ohne Probleme durch ... ;-)

http://www.vermpedia.de/downloads/JAG3D/3255-v2.zip
http://www.vermpedia.de/downloads/JAG3D/3255-v3.zip

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JAG3D 3.0 - Start- und Zielpunkt sind identisch

Micha ⌂, Bad Vilbel, Montag, 23. August 2010, 15:56 (vor 2552 Tagen) @ Pierre

Hi Pierre,

bin gerade dabei ein 2D-Netz mit Richtungen und Horizontalstrecken auszugleichen und hängt sich die aktuelle Version v3.0.20100812 komplett auf.

Kann ich mit Deinem Beispiel bestätigen :-(

JAG prüft und prüft und prüft ... :-/ ... Beenden geht nur über Task-Manager ...

Ja, er stürzt ab. Die Prüfung ist also noch nicht vollständig. Problem macht eine Strecke, bei der Start- und Zielpunkt identisch ist.

Strecke: 150 - 150: 91.1286m

Wenn Du diese raus nimmst, läuft es durch. Ich werde die Prüfung der Daten dahingegen korrigieren. Vielen Dank für die Info.

Gruß Micha

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JAG3D 3.0 überarbeitet

Micha ⌂, Bad Vilbel, Montag, 23. August 2010, 18:56 (vor 2551 Tagen) @ Pierre

Guten Abend Pierre,

habe eine neue Version von JAG3D hochgeladen, wo das bereits geschilderte Problem (identischer Start- und Endpunkt bei einer Beobachtung) nicht mehr auftreten sollte. Der Rechenkern ignoriert nun solche Beobachtungen und auch auf der GUI sollte es nicht mehr möglich sein, derartige Beobachtungen einzugeben/einzulesen.

Solltest Du weitere Probleme/Fehler/Unstimmigkeiten feststellen, bin ich Dir für einen kurzen Hinweis dankbar!

Schöne Grüße
Micha

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JAG3D 3.0 - Auswertestrategie

Pierre @, Lindlar, Dienstag, 24. August 2010, 18:07 (vor 2550 Tagen) @ Pierre

Hi Micha,

mit der neuen Version, also die von gestern Abend, klappt das jetzt wunderbar ... :-D
Nachdem ich die richtige Pkt.-Nr. eingetragen hatte, waren Std.pkt. und Zielpkt. auch nicht mehr identisch.

Mal ne ganz andere Frage ... und entschuldige schonmal für den Roman :oops:

Ich bin habe jetzt die erste Kontrollmessung meiner Deformationsmessung gemacht und werte bzw. versuche die gerade auszuwerten. Mit deinen Ratschlägen von damals und dem was ich schon hatte ... bin ich bis jetzt sehr gut zurechtgekommen und es hat mir sehr weitergeholfen.

Einerseits wollte ich Dich mal auf dem laufenden halten ... ;-) und andererseits brauch ich nochmal einen Rat ...

Das Messgebiet ist durchzogen von potenziell instabilen Gebieten und dadurch habe ich kaum Möglichkeiten das ganze klassisch geodätisch astrein anzulegen ... so ist das halt in der Praxis ... Die Stabilpunkte (2D) liegen als Polygonzugnetz, entlang einer Straße, vor. Die Objektpunkte sind mit einem Ringpolygon (3D) verknüpft und liegen auf der anderen Straßenseite, parallel zu den Stabilpunkten. Der Höhenanschluss (1D) liegt auch in unmittelbarer Nähe und ist durch 3 Punkte gesichert. Das Ringpolygon (3D-Objektpkt.) habe ich dann mit dem Polygonzug (2D-Stabilpkt.) verknüpft.

Für die Nullmessung habe ich das dann zusammen, in einem Guss, mit JAG frei ausgeglichen. Soweit so gut ... :-)

Jetzt möchte die natürlich bei der Kontrollvermessung wissen, ob und wo und wie sich was getan hat ... da habe ich bis jetzt folgenden Ansatz:
Objektpkt. als Neupkt. in JAG mit Näherungskoord. erfassen, Stabilpkt. als Datumpkt. mit Näherungskoord. erfassen und dann beide Netze in einem Ansatz frei ausgleichen. So wie ich das verstanden habe macht JAG dann eine freie Ausgleichung und transformiert (Helmert) das Ganze dann auf die Datumpkt. - also eine Teilspurminimierung mit Auffelderung auf die Datum/Stabilpkt.

Problem: Ich möchte vorab, oder sonst wie meine Stabilpunkte erstmal kontrollieren und ggf. neu bestimmen, da ich mir nicht sicher sein kann, ob diese sich nicht bewegt haben.

Bei dem Ansatz oben, bin ich mir eigentlich auch sicher ... bin ja nun nicht gänzlich blöde ... hoffe ich zumindest ;-) , aber ich weiß nicht ob ich da Bewegungen in den Stabilpkt. überhaupt erkennen kann und ob diese nicht noch fehlerhafte Effekte in der Ausgleichung verursachen.

Mein einziger Ansatz wäre ... das Stabilpkt.-Netz vorher einzeln auszugleichen, wobei ich dann erkennen müsste welche sich evtl. bewegt haben um diese dann neu bestimmen. Dafür würde ich eine dynamische Ausgleichung wählen in denen alle Stabilpunkte mit der Standardabw. aus der freien Ausgleichung (Nullmessung) eingehen. Aus der Koordinatendifferenz könnte ich dann ersehen, in Abhängigkeit der Messgenauigkeit, welche sich bewegt haben und könnte dann die Ergebnisse aus dieser Ausgleichung, als quasi neue Koordinaten verwenden.

Was meinst Du dazu?! Vorschläge, Meinung, Ergänzung etc.

Ich stehe irgendwie komplett aufm Schlauch und zweifle gerade wieder an obiger Strategie ... :-|

Gruß Pierre

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JAG3D 3.0 - Auswertestrategie

Micha ⌂, Bad Vilbel, Dienstag, 24. August 2010, 20:30 (vor 2550 Tagen) @ Pierre

Guten Abend Pierre,

mit der neuen Version, also die von gestern Abend, klappt das jetzt wunderbar ... :-D

Schön, ein Fehler weniger. Mir ist das sogar wieder eingefallen, dass ich dies noch machen wollte bevor es einer merkt aber... ;-)

Objektpkt. als Neupkt. in JAG mit Näherungskoord. erfassen, Stabilpkt. als Datumpkt. mit Näherungskoord. erfassen und dann beide Netze in einem Ansatz frei ausgleichen. So wie ich das verstanden habe macht JAG dann eine freie Ausgleichung und transformiert (Helmert) das Ganze dann auf die Datumpkt. - also eine Teilspurminimierung mit Auffelderung auf die Datum/Stabilpkt.

Soweit ich das nachvollziehen kann, stimmt das. Die Objektpunkte werden wiederum als Neupunkte und die als stabil angenommenen Punkte als Datumspunkte in eine (weitere) freie Ausgleichung eingeführt. Wichtig ist, dass Du als Näherungskoordinaten in den Folgeepochen wiederum die gleichen Koordinaten (also die ausgeglichenen Koordinaten der Nullepoche) nimmst. An den Verbesserungen kannst Du nach der freien Ausgleichung also schon das Maß der Verschiebung/Veränderung ablesen.

JAG3D ist ein reines Tool zum Auswerten hybrider geodätischer Netze. Eine Deformationsanalyse ist somit (bisher) nicht implementiert. Einen didaktisch guten Überblick über verschiedene Konzepte bzw. Methoden ist in [Jäger et al., 2005] beschrieben. Kennst Du das Buch?

Auf den Seiten 274ff wird die Beobachtungsmethode vorgestellt. Dies wäre die Variante, die vermutlich am einfachsten in JAG3D realisiert werden könnte. Neben der (vermutlich) einfachen Implementierung werden hier auch Korrelationen zwischen den Vergleichsepochen zugelassen. Derartige Abhängigkeiten werden bei der Koordinatenmethode (Seite 270ff) nicht berücksichtigt. Nachteilig wäre, dass die Beobachtungen der 1. und 2. Epoche gemeinsam vorgehalten werden müssen. Bei großen Netzen könnte dies also Rechenzeit und Speicherprobleme verursachen. Wie schnell sind im Moment eigentlich Deine Berechnungen?
Weiterhin ist in der JAG3D-Datenbank derzeit die Punktnummer als UNIQUE deklariert. Eine Objektpunkt kann daher nicht in beiden Epochen die selbe Nummer haben, muss aber am Ende sein Pendant in der anderen Epoche trotzdem zuverlässig finden. Ich werde mir hier mal ein paar grundlegende Gedanken machen, wie man das geschickt lösen könnte.

Im Moment kannst Du mit JAG3D, wie oben beschrieben, nur anhand der Verbesserungen eine Aussage bezüglich der Stabilität Deiner Stabilpunkte treffen - identische Näherungskoordinaten der Datumspunkte vorausgesetzt.

Dafür würde ich eine dynamische Ausgleichung wählen in denen alle Stabilpunkte mit der Standardabw. aus der freien Ausgleichung (Nullmessung) eingehen.

In diesem Fall rufst Du, in Abhängigkeit Deiner eingestellten Punktgenauigkeit, Zwang auf das Netz aus. Du kannst also im Zweifelsfall nicht 100%ig sagen, ob eine Beobachtung oder der verschobene Punkt die Ursache ist. Bei der freien Ausgleichung ist dies hingegen eindeutig, da auch die Datumspunkte als Neupunkte behandelt werden und kein zusätzlicher Zwang vorhanden ist.

Aus der Koordinatendifferenz könnte ich dann ersehen [...] welche sich bewegt haben

Das kannst Du beim o.b. Koordinatenvergleich ja auch direkt erkennen, wenn Du in den Folgeepochen immer die ausgeglichenen Koordinaten der Nullepoche als erste Näherung in die freie Ausgleichung einführst. Die Verbesserungen der Punkte, die Du erhältst, sind ja die Verschiebung der Punkte. JAG3D liefert Dir nur keinen Hinweis, ob diese Veränderung auch statistisch signifikant ist - das müsstest Du selbst beurteilen.

Mit welchen Deformationen (Größenordnung) rechnest Du denn im Moment?


Schöne Grüße
Micha

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Deformationsanalyse, JAG3D

JAG3D 3.0 - Auswertestrategie

Pierre @, Lindlar, Dienstag, 24. August 2010, 21:46 (vor 2550 Tagen) @ Micha

Nabend Micha,

JAG3D ist ein reines Tool zum Auswerten hybrider geodätischer Netze. Eine Deformationsanalyse ist somit (bisher) nicht implementiert. Einen didaktisch guten Überblick über verschiedene Konzepte bzw. Methoden ist in [Jäger et al., 2005] beschrieben. Kennst Du das Buch?

Ja ich kenne das Buch, habe auch mal durchgeblättert bzw. ein wenig drinn gelesen, aber ich besitze es selbst leider nicht und habe auch so keinen Zugriff darauf. Das Problem ist, dass diese Art der Bücher ja nicht gerade günstig zu erwerben ist und da überlegt man es sich gut ... Ich habe zwar sonst recht viele Fachbücher (alle privat erworben :-( ) aber zur Ausgleichungsrechnung habe ich irgendwie nie was vernünftiges gefunden. Da gibt es ja sehr viele unterschiedliche Meinungen ... leider ...

Ich bin ja, wie man merkt, auch kein Ausgleichungs-Spezi, hoffe das werde ich aber noch ... ;-) Das Theoriewissen ist vorhanden, aber die Anwendung in der Praxis ist, wie ja allgemein bekannt, noch ne ganze andere Geschichte. Mein Fokus liegt bzw. lag bis dato bei Liegenschafts- und Ingenieurvermessungen, wobei im Ingenieurbereich es eher die kleineren Messungen waren. Man wächst ja mit seinen Aufgaben ... Meine Spezialität ist aber die Kombination von Sensoren wie z. B. Totalstation+GNSS, was oft mit dem Modebegriff "Integriete Vermessung" betitelt wird.

In diesem Fall rufst Du, in Abhängigkeit Deiner eingestellten Punktgenauigkeit, Zwang auf das Netz aus. Du kannst also im Zweifelsfall nicht 100%ig sagen, ob eine Beobachtung oder der verschobene Punkt die Ursache ist. Bei der freien Ausgleichung ist dies hingegen eindeutig, da auch die Datumspunkte als Neupunkte behandelt werden und kein zusätzlicher Zwang vorhanden ist.

Das kannst Du beim o.b. Koordinatenvergleich ja auch direkt erkennen, wenn Du in den Folgeepochen immer die ausgeglichenen Koordinaten der Nullepoche als erste Näherung in die freie Ausgleichung einführst. Die Verbesserungen der Punkte, die Du erhältst, sind ja die Verschiebung der Punkte. JAG3D liefert Dir nur keinen Hinweis, ob diese Veränderung auch statistisch signifikant ist - das müsstest Du selbst beurteilen.

Da hast Du natürlich recht. Das heißt die freie Ausgleichung wäre die bessere Wahl. Bleibt für die Frage, prüfe ich dann nur das Netz der Stabilpkt. mit einer freien Ausgl. und wie bestimme ich diese dann neu, darüber?
Oder aber ich gleiche die beiden Netze, d. h. Stabilpkt.+Objektpkt. frei aus und benutze dabei immer die Näherungskoordinaten der Nullmessung ... würde wenn ich das richtig verstanden habe, bedeuten das ich an den Verbesserungen der Koordinaten sehe welche Punkte sich verschoben haben, natürlich in Abhängigkeit der Signifikanz. Weiterhin bräuchte ich dann keine Auffelderung, somit müsste ich dann alle Punkte (Stabilpkt.+Objektpkt.) als Datumspkt. einführen (Gesamtspurminimierung). Die Abweichungen bekomme ich ja dann aus den Verbesserungen zu den Näherungskoordinaten aus der Nullmessung - die ich dann immer benutzen würde. Summa Summarum, bräuchte ich mir über die evtl. Neubestimmung meiner Stabilpunkte gar keine Gedanken machen, da mich ja nur die Differenz zur Nullmessung interessiert und diese bekomme ich ja, wenn ich als Näherungswerte die Ergebnisse der Nullmessung benutze und eine freie Ausgleichung rechne.

So, jetzt hab ich nen Knoten im Kopf ... :-S ... hoffentlich ist der bis morgen wieder weg.

Mit welchen Deformationen (Größenordnung) rechnest Du denn im Moment?

Ja wenn ich das wüsste ... :-P

Der Hintergrund: Die besagte Feuerwache steht auf einem ehemaligen Steinbruch, welcher dann als Mülldeponie genutzt wurde. Da drinn ist vor allem Papierschlamm (Papierfabrik) welcher ne ganz schöne Menge Methan ausgast. Die Gebäude selber stehen auf einer Art Betonwanne, welche wiederum auf Betonpfeilern ruht, welche eigentlich bis zum Felsboden gehen sollen ... tun sie aber scheinbar nicht und somit gibt es mehr Bewegung als erwartet.

Die Größenordnung kann eigentlich keiner schätzen ... Wir wissen aus den Rissmarken das sich die Gebäudeteile um min. 1 mm allein durch Temperaturunterschiede (Glasbauweise) bewegen. Als Messgenauigkeit haben wir so den 1 mm angepeilt +/-. Das erreichen wir auch ohne größere Probleme ... Würde bedeuten wir können eine absolute Bewegung von absolut frühstens ab 2 mm 3D feststellen.

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JAG3D 3.0 - Auswertestrategie

Micha ⌂, Bad Vilbel, Dienstag, 24. August 2010, 22:17 (vor 2550 Tagen) @ Pierre

Hi Pierre,

erstaml vielen Dank für die ausführliche Antwort. Ich werde noch kurz auf ein paar Punkte eingehen, damit ich noch was vom Feierabend habe - versprochen. ;-)

Das Problem ist, dass diese Art der Bücher ja nicht gerade günstig zu erwerben ist und da überlegt man es sich gut ...

Ich weiß, ich muss das Geld ja auch privat aufbringen. Fast alle Bücher, die ich bei mir besprochen habe, sind also mein Eigentum und stammen nicht aus einer Bibliothek.

aber zur Ausgleichungsrechnung habe ich irgendwie nie was vernünftiges gefunden. Da gibt es ja sehr viele unterschiedliche Meinungen ... leider ...

Für den Einstieg fand ich persönlich Niemeier sehr gut. Wenns dann tiefer gehen soll, ist Jäger meine erste Adresse. Benning hat schön viel Beispiele aber ist inhaltlich nicht so gut bestückt. Eignet sich daher mMn. auch sehr gut für den grundlegenden Einstieg mit Praxisbezug.

"Integriete Vermessung" betitelt wird.

Diesen Begriff kannte ich so gar nicht.

Da hast Du natürlich recht. Das heißt die freie Ausgleichung wäre die bessere Wahl. Bleibt für die Frage, prüfe ich dann nur das Netz der Stabilpkt. mit einer freien Ausgl. und wie bestimme ich diese dann neu, darüber?

Du berechnest zunächst nur mit den Daten der Nullepoche eine frei Ausgleichung. Hierbei legst Du das Datum auf den Punkten fest, die Du als stabil annimmst. Du machst also eine Teilspurminimierung.

Die Folgeepochen gleichst Du eigenständig aus. Also jede Epoche für sich. Als Näherungskoordinaten führst Du aber die ausgeglichenen Koordinaten der Nullepoche immer wieder ein. Wenn sich nicht geändert hat, würde es auch keine Zuschläge zu den Koordinaten geben. Hat sich was verändert, wird sich das in Verbesserungen der Punkte niederschlagen.
Hast Du für die Objektpunkte und für die Datumspunkte die ausgeglichenen Koordinaten der Nullepoche eingeführt, so transformierst Du praktisch die Folgeepoche auf die Nullepoche über die Datumspunkte. (Das passiert also bei der freien Ausgleichung direkt)
Die Differenzen zwischen den ausgeglichenen Koordinaten der Nullepoche und der Folgeepoche sind Deine "Deformation". Nun musst Du nur noch abschätzen, ob diese "Deformationen" aufgrund unvermeidbarer Messunsicherheiten entstanden sind oder eben signifikante Veränderungen darstellen. In jedem Fall machst Du auch in den Folgeepochen immer wieder eine Teilspurminimierung (mit dem selben Datum wie in der Nullepoche!).
Dadurch, dass Du die Netze aufeinander transformierst bei der freien Ausgleichung, hast Du auch für Deine Objektpunkte (also den Neupunkten) die direkten Verschiebungen mitbestimmt.
Ich hoffe, es war verständlich.

Oder aber ich gleiche die beiden Netze, d. h. Stabilpkt.+Objektpkt. frei aus und benutze dabei immer die Näherungskoordinaten der Nullmessung ...

Nur zur Sicherheit, dass wir uns nicht missverstanden haben. Nicht die Näherungskoordinaten der Nullmessung sondern die ausgeglichenen Koordinaten der Nullepoche als Näherung für die Folgeepochen nutzen. Weiß wie ich das meine?


Schönen Abend
Micha

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Deformationsanalyse, JAG3D

JAG3D 3.0 auf Mac

Pierre @, Lindlar, Mittwoch, 25. August 2010, 17:23 (vor 2550 Tagen) @ Micha

Wie schnell sind im Moment eigentlich Deine Berechnungen?

Zu Hause auf meinem iMac verflucht schnell, also wenige Sekunden, da habe ich aber auch ziemlich viel Leistung und hab JAG da auch mehr Arbeitsspeicher zugewiesen. Auf der Arbeit ist das ein ganz ordentlicher Win-Rechner mit 3 GB. Da habe ich JAG3D auch mehr Arbeitsspeicher gegeben und es läuft auch ohne Probleme ... braucht schon länger, aber nicht wirklich viel. Lustigerweise habe ich ein Darstellungsfehler beim Betrieb auf dem Mac. Lese oder gebe ich irgendwelche Messwerte ein, werden diese anzeigemäßig nur sichtbar, wenn ich die Zeile markiere oder einen Doppelklick in das Feld mache ... ?!

Nur zur Sicherheit, dass wir uns nicht missverstanden haben. Nicht die Näherungskoordinaten der Nullmessung sondern die ausgeglichenen Koordinaten der Nullepoche als Näherung für die Folgeepochen nutzen. Weiß wie ich das meine?

Ja war klar, aber trotzdem gut das Du nochmal darauf hinweist ;-)

Dann lag ich ja gar nicht sooo falsch, ein Fortschritt, sehr schön. :-)

Gruß

Pierre

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JAG3D 3.0 auf Mac

Micha ⌂, Bad Vilbel, Mittwoch, 25. August 2010, 18:31 (vor 2549 Tagen) @ Pierre

Guten Abend Pierre,

Zu Hause auf meinem iMac verflucht schnell, also wenige Sekunden, da habe ich aber auch ziemlich viel Leistung und hab JAG da auch mehr Arbeitsspeicher zugewiesen.

Ich muß mal blöd fragen: Gibts für Mac-PCs auch etwas wie eine BAT-Datei oder kannst Du mit dem SHELL-Script JAG3D starten?

Lustigerweise habe ich ein Darstellungsfehler beim Betrieb auf dem Mac.

Oha, gut zu wissen. Ich kann JAG3D nur auf Win testen. Ich vermute, dass das Problem durch das einfärben der Zellen kommt. Ich habe nun mal eine Farbe für den Vordergrund vergeben und die Version von gestern mal angepasst. Bevor ich das bei sf.net hochlade würde ich Dich bitten, es mal zu testen: JAG3Dv3.0.20100823.jar. Du musst nur die JAR-Datei ersetzen. Kannst Du nun den Inhalt der Zellen sehen (ohne Umwege)?

Dann lag ich ja gar nicht sooo falsch, ein Fortschritt, sehr schön. :-)

Nein, in der Tat nicht.

Schöne Grüße
Micha

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Mac, JAG3D, Tabelle

JAG3D 3.0 auf Mac

Pierre @, Lindlar, Donnerstag, 26. August 2010, 14:06 (vor 2549 Tagen) @ Micha

Mahlzeit Micha,

Ich muß mal blöd fragen: Gibts für Mac-PCs auch etwas wie eine BAT-Datei oder kannst Du mit dem SHELL-Script JAG3D starten?

Du weißt es gibt keine blöden Fragen, nur dumme Antworten. ;-) Auf' Mac ist alles viel einfacher ... :-P

1)
Auf die .jar einfach Doppelklicken und schon öftnet sich Java und es läuft. Dabei kann aber nicht die Arbeitsspeicherreservierung übergeben werden, also ...
2)
Die .jar über einen Shell-Befehl im Terminal-Fenster (Unix) aufrufen. Da kann man dann die Speicherreservierung mit übergeben. Das Ganze ist recht nervig und nicht gerade Mac-Like.
3)
Den kompletten Shell-Befehl mit Apple-Script in ein kleines Mini-App speichern. Das brauch man dann nur starten und der Rest funzt automatisch, d. h. Programmstart und die Speicherreservierung. Wenig Aufwand, aber man muss JAG irgendwo ablegen und dann den Pfad in das Mini-App einbetten. Schön aber noch nicht perfekt ...
4)
Man baut mit einem Jar-Bundler aus allen Dateien ein Komplettpaket und macht daraus ein App. Dann brauch man das nur noch nach Programme kopieren und draufklicken und sich dann um nix mehr kümmern. In dem Paket steckt dann alles drinn, alle Dateien, die .jar, die Shell-Befehle mit Speicherreservierung etc. Da kommt jede trübe Tasse mit zurecht und es ist Mac-Like. Einziger Nachteil man kommt z. B. an das Report-Template nicht mehr so einfach ran ... ist aber eigentlich kein richtiger Nachteil.

Angebot
Ich kann Dir gerne so ein Jar-Bundle zusammenbauen. Dauert zur wenige Minuten und recht easy. Das ganze packe ich dann noch in ein Install-Paket (.dmg) und dann ist das so, wie es jeder Macianer kennt. Dazu bräuchte ich nur noch ein Icon/Logo!?

Bevor ich das bei sf.net hochlade würde ich Dich bitten, es mal zu testen: ... Du musst nur die JAR-Datei ersetzen. Kannst Du nun den Inhalt der Zellen sehen (ohne Umwege)?

Ahhh, jetzt ist alles sichtbar. Einzig: Die aktive Zeile wird komplett kräftig blau eingefärbt, so dass man die gerade aktive Zelle, wenn man mit Tab durchspringt, nicht erkennt und ich würde die den abwechselnd grauen Hintergrund der Zeilen noch ein wenig dunkler machen.

Sonst fällt mir erstmal nix auf ...

Gruß
Pierre

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JAG3D 3.0 auf Mac

Micha ⌂, Bad Vilbel, Donnerstag, 26. August 2010, 15:48 (vor 2549 Tagen) @ Pierre

Hallo,

Angebot
Ich kann Dir gerne so ein Jar-Bundle zusammenbauen.

Könnte ich das dann zukünftig auch selbst machen oder müsste ich Dich dann bei jeder Version bitten? Wenn dies der Fall ist, wäre es ja nicht so flexibel.

Ahhh, jetzt ist alles sichtbar. Einzig: Die aktive Zeile wird komplett kräftig blau eingefärbt, so dass man die gerade aktive Zelle, wenn man mit Tab durchspringt, nicht erkennt

Das ging vorher? Ich habe nicht viel geändert. In der ColoredTableCellRenderer habe ich lediglich bei Zeile 76 und 79 den Kommentar entfernt, sodass explizit eine Farbe gesetzt wird. Wenn die Zelle selektiert ist, sollte der Code aus Zeile 82-85 greifen und die o.g. Zuweisung überschreiben...
Hier müsste ich ggf. für den hasFocus-Fall noch was ergänzen. Ich werde das mal ausprobieren und Dir dann eine Testversion zur Verfügung stellen.

Gruß Micha

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JAG3D 3.0 auf Mac

Pierre @, Lindlar, Donnerstag, 26. August 2010, 19:32 (vor 2548 Tagen) @ Micha

Nabend der Herr,

Könnte ich das dann zukünftig auch selbst machen oder müsste ich Dich dann bei jeder Version bitten? Wenn dies der Fall ist, wäre es ja nicht so flexibel.

Hmmm, das ist natürlich klar. Das Mac-Bundle kann man meines Wissens definitiv nur auf einem Mac schnüren bzw. evtl. auch Linux, da es ja beides Unixe sind. Für Windows macht es ja vielleicht auch Sinn ein Bundle zu erzeugen. Das kannst Du natürlich selbst machen, z. B. mit diesem Tool: http://launch4j.sourceforge.net/

Die Anwender die JAG3D auf einem Mac nutzen sind mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, die absolute Ausnahme ... Der Großteil davon wird einen der 4 Wege gehen, oder sich das Bundle, so wie ich, direkt selber schnüren. Aus diesem Grund glaube ich kaum das es sich nachteilig auswirkt, wenn du das Mac-Bundle nicht direkt mit anbietest.

Wie gesagt, der Aufwand ist für mich der Rede nicht mal im Ansatz wert ... wenn nicht auch nicht schlimm. :-P

Das ging vorher? Ich habe nicht viel geändert. In der ColoredTableCellRenderer habe ich lediglich bei Zeile 76 und 79 den Kommentar entfernt, sodass explizit eine Farbe gesetzt wird. Wenn die Zelle selektiert ist, sollte der Code aus Zeile 82-85 greifen und die o.g. Zuweisung überschreiben...

Ne ne das hat nix mit deine aktuellen Änderung zu tun, das ist mehr jetzt erst richtig aufgefallen, war also vorher auch schon so.

Hier müsste ich ggf. für den hasFocus-Fall noch was ergänzen. Ich werde das mal ausprobieren und Dir dann eine Testversion zur Verfügung stellen.

Alles klar.

Gruß
Pierre

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JAG3D 3.0 auf Mac

Micha ⌂, Bad Vilbel, Donnerstag, 26. August 2010, 19:45 (vor 2548 Tagen) @ Pierre

Hi Pierre,

Für Windows macht es ja vielleicht auch Sinn ein Bundle zu erzeugen. Das kannst Du natürlich selbst machen, z. B. mit diesem Tool: http://launch4j.sourceforge.net/

Hier nutze ich bereits den JavaLauncher. Es ist eine einfache EXE-Datei, die den Aufruf der JAR aus einer ASCII-Datei (launcher.cfg) nutzt. Im Gegensatz zu launch4j kann hier somit der Nutze die Steuerparameter festlegen wie bspw. die Speicherreservierung. Bei launch4j würde, wenn ich es richtig verstanden habe, ich dies tun. Beim Speicher mag dies noch vertretbar sein aber auch die Sprache der Oberfläche kann über Zusatzparameter ausgewählt werden. Die beiden beigefügten BAT-Dateien zeigen dies:

java -jar -Xms200m -Xmx500m -Duser.language=en JAG3Dv3.0.20100823.jar

Diesen Aufruf kann mal also auch in die *.cfg schreiben. Bei starten des Programms über die EXE wird dann (in dem Fall) die englische Variante geladen. Das gefällt mir soweit ganz gut...

Die Anwender die JAG3D auf einem Mac nutzen sind mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, die absolute Ausnahme ...

Hmm, stimmt.

Das ging vorher?

Ne ne das hat nix mit deine aktuellen Änderung zu tun, das ist mehr jetzt erst richtig aufgefallen, war also vorher auch schon so.

Bei wird beim Tabben der Rahmen hervorgehoben (dicker). Das ist bei Dir nicht zu erkennen?

Gruß Micha

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JAG3D 3.0 auf Mac

Pierre @, Lindlar, Donnerstag, 26. August 2010, 20:09 (vor 2548 Tagen) @ Micha

Bei wird beim Tabben der Rahmen hervorgehoben (dicker). Das ist bei Dir nicht zu erkennen?

Genau, bei mir ist die ganze Zeile komplett blau unterlegt und somit ist der hervorgehobene Rahmen, der aktuellen Zelle, beim Tabben nicht zu erkennen.

Gruß
Pierre

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JAG3D 3.0 auf Mac

Micha ⌂, Bad Vilbel, Donnerstag, 26. August 2010, 20:18 (vor 2548 Tagen) @ Pierre

Guten Abend,

Genau, bei mir ist die ganze Zeile komplett blau unterlegt und somit ist der hervorgehobene Rahmen, der aktuellen Zelle, beim Tabben nicht zu erkennen.

Blau ist die Zeile aber unter Win auch. Wie sieht das bei Dir aus - die Strecke hat den Fokus?

[image]

Gruß Micha

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JAG3D 3.0 auf Mac

Pierre @, Lindlar, Montag, 06. September 2010, 20:09 (vor 2537 Tagen) @ Micha

Nabend Micha,

bei mit sieht es folgendermaßen aus:

[image]

Hier hat der Zielpunkt den, nicht zu erkennenden, Fokus:

[image]

Mir ist noch aufgefallen, dass ich nichts löschen kann - z. B. ein einzelnen Eintrag. Klicke ich in eine Zelle hinein und markiere etwas und lösche das dann weg, steht der Inhalt nach dem Rausspringen mit Tab wieder drinn, als ob nix gewesen wäre.
:-|

Gruß Pierre

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JAG3D 3.0 auf Mac

Micha ⌂, Bad Vilbel, Montag, 06. September 2010, 20:20 (vor 2537 Tagen) @ Pierre

Guten Abend,

Mir ist noch aufgefallen, dass ich nichts löschen kann - z. B. ein einzelnen Eintrag.

Nicht, in dem Du die Zellen einfach leerst aber im Kontextmenü sollte es doch gehen, oder (vgl. Screenshot)?

[image]

Ich kann nur vollständige Daten speichern. Das Frontend arbeitet ja direkt mit der DB zusammen. Alle Daten werden direkt geholt bzw. gespeichert. Was aber soll ich mit einem halbfertigen Datensatz machen?! Aus diesem Grund habe ich das über das Kontextmenü gelöst. Bearbeiten geht somit in der Tabelle, Löschen musst Du explizit wählen.

Gruß Micha

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Deformationsanalyse mit JAG3D

Micha ⌂, Bad Vilbel, Montag, 06. September 2010, 06:36 (vor 2538 Tagen) @ Pierre

Hallo Pierre,

na, wie siehts aus bei Dir?

Ich habe eine erste Variante zur Deformationsanalyse in JAG3D integriert. Diese prüft zum einen die als stabil angenommenen Punkte und liefert Dir auch die Verschiebungen nach der Ausgleichung für Deine Objektpunkte - mit Signifikanzprüfung.

Ich habe das bisher an zwei Beispielen getestet, die sahen soweit gut aus. Hättest Du Lust, Dir das mal anzuschauen und mir dann Deine Erfahrungen mitzuteilen?

Schöne Grüße
Micha

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Deformationsanalyse, JAG3D

Deformationsanalyse mit JAG3D

Pierre @, Lindlar, Montag, 06. September 2010, 20:15 (vor 2537 Tagen) @ Micha

Nabend Micha,

na, wie siehts aus bei Dir?

Naja Stress vor'm Urlaub. Muss bzw. darf diese Woche noch. Die ganze nächste Woche habe ich noch eine Schulung und danach endlich 3 Wochen Urlaub. Wie das immer so iss, geht es natürlich kurz davor nochmal rund ...

Ich habe eine erste Variante zur Deformationsanalyse in JAG3D integriert. Diese prüft zum einen die als stabil angenommenen Punkte und liefert Dir auch die Verschiebungen nach der Ausgleichung für Deine Objektpunkte - mit Signifikanzprüfung.

Ich habe das bisher an zwei Beispielen getestet, die sahen soweit gut aus. Hättest Du Lust, Dir das mal anzuschauen und mir dann Deine Erfahrungen mitzuteilen?

Na Sicher doch. Gerne doch, wenn Du Dir schon die Arbeit machst. ;-)

Ich habe auch noch ne kleine leicht überschaubare Deformationsmessung (2D) mit der man gut rumprobieren kann ... :-)

Gruß Pierre

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Deformationsanalyse mit JAG3D

Micha ⌂, Bad Vilbel, Dienstag, 07. September 2010, 19:32 (vor 2536 Tagen) @ Pierre

Guten Abend Pierre,

vielen Dank, dass Du Dich bereit erklärst. :-) Die Version, die ich Dir hier anbiete, werde ich noch ein wenig testen und dann, sofern mir nichts mehr auffällt, auch bei sf.net anbieten. Sollte Dir also direkt etwas ins Auge fallen, immer her damit.

Neben der Version habe ich das Beispiel, welches ich aus Jäger et al. (2005), Seiten 279ff, mit beigefügt als Datensatz (und Rohdaten). Die Ergebnisse dieses Beispiels passen zu denen, die im Buch abgedruckt sind, was aber erstmal nichts heißen muss. Ferner habe ich mir einen Beipsieldatensatz im 2D überlegt, wo auch einer der als stabil angenommenen Punkte instabil ist und nicht alle Objektpunkte verschoben wurden.

Ein paar Hinweise zur Anwendung. Eine Hilfe gibts ja bekanntlich nicht (mehr).

1. Nullepoche frei ausgleichen
2. Folgeepoche frei ausgleichen
3. Beide separat durchgeführten Auswertungen von mgl. groben Fehlern befreien und das stochastische Modell abstimmen/anpassen.
4. Daten beider Epochen in _eine_ Ausgleichung importieren
4.1. Objektpunkte zwischen den Epochen umbenennen als wären es verschiedene Punkte (zB. Präfix _epoche1 bzw._epoche2); Datumspunkte werden nur einmal eingeführt und sind nicht zu verändern!
4.2. Beobachtungen entsprechend der geänderten Punktnummern ändern
5. Beobachtungsgruppe(n) der Folgeepoche zuordnen im jeweiligen Kontextmenü (siehe Screenshot)
6. Objektpunkte, die auf Veränderung hin untersucht werden sollen, unter Vektoren definieren
7. Deformationsanalyse auf dem Einstellungspanel auswählen
8. Berechnen

(Schritt 1-3 hast Du bereits vollzogen; Schritt 4 ist nur notwendig, damit die Stabilpunkte auch getestet werden können.)

Beim 1D-Beispiel fehlen die Schritte 1-3; beim 2D-Datensatz ist alles drin:

  • Einzelepochenauswertung,
  • Gemeinsame Ausgleichung,
  • Lösung ohne den instabilen Datumspunkt.


[image]

Ferner haben ein Kollege und ich mal verschiedene Programme zur Netzausgleichung getestet und die Ergebnisse miteinander verglichen. Die Resultate aus JAG3D konnten bei diesem Vergleich durch kommerzielle Produkte bestätigt werden...

Gruß Micha

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Deformationsanalyse, JAVA, JAG3D, Netzausgleichung

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Deformationsanalyse mit JAG3D

Micha ⌂, Bad Vilbel, Dienstag, 12. Oktober 2010, 07:42 (vor 2502 Tagen) @ Pierre

Hi Pierre,

Ich habe auch noch ne kleine leicht überschaubare Deformationsmessung (2D) mit der man gut rumprobieren kann ... :-)

Ich habe nun auch mal ein mögliches Vorgehen zur Durchführung einer Deformationsanalyse an einer virtuellen Staumauer zusammengeschrieben. Im geodätischen Portal findest Du hierzu den Artikel Deformationsanalyse am Beispiel der Überwachung einer Staumauer mit JAG3D.

Ich hoffe, dass hilft. :-)

Gruß
Micha

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Deformationsanalyse, JAG3D, Ausgleichung

Deformationsanalyse mit JAG3D

Pierre @, Lindlar, Dienstag, 26. Oktober 2010, 15:41 (vor 2488 Tagen) @ Micha

Hi Micha,

ich habe heute mal die kleine 2D-Deformationsmessung mit der aktuellen JAG3D-Version ausgewertet.
Deine Erläuterungen und sonstigen Verweise haben wir dabei auch ne Menge geholfen, so dass das ohne Probleme geklappt hat.

Das Netz ist auf 4 Datumspunkten gelagert, wovon mir zwei als "Ausreißer" markiert werden. Wenn ich mir die Yo, Xo und dazu im Verhältnis Y und X ausschaue, stelle ich nur Differenzen im mm/10 Bereich fest. Daher kann ich bis jetzt nicht nachvollziehen, warum diese von dem Test innerhalb der Ausgleichung aus "Ausreißer" bzw. als Punkte welche Bewegung erfahren haben, dargestellt werden.

http://www.vermpedia.de/downloads/JAG3D/auswertung.zip

Ansonsten ist mir bis dato nichts weiter aufgefallen ... Alles Prima. Dank den Beispielen und deiner Erläuterung. ;-)

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Deformationsanalyse mit JAG3D

Micha ⌂, Bad Vilbel, Dienstag, 26. Oktober 2010, 19:01 (vor 2487 Tagen) @ Pierre

Hi Pierre,

grundsätzlich hast Du immer Ermessensspielraum; JAG3D darf Dir nur eine Entscheidungshilfe bieten.

Ich gehe mal davon aus, dass die Ausgleichung soweit okay ist und Deine Abstimmung des stoch. Modells usw. abgeschlossen ist.

In Deinem Fall werden Dir die Punkte 102 und 101 als verschoben verdächtigt, wobei der 102 die größere Testgröße besitzt. Die Testgröße liegt bei 9 bzw. 12. Der kritische Wert, mit dem diese Testgröße verglichen wird, ist 5.9 bzw. 5.8 (siehe Tabelle im Report: Kritischer Wert für m-dimensionalen Individualtest für die Zeile m=2). Der kritische Wert wird also um das doppelte überschritten.
Da Du diese Punkte in beiden Epochen jeweils als "identisch" eingeführt hast, erhältst Du auch ein vermittelndes Ergebnis. Der Vorher-Nacher-Vergleich ist also nicht so aussagekräftig. Wichtiger ist, dass Du Dir mal den geschätzten Fehler ∇ (Nabla) ansiehst. Hier werden Dir mm-Beträge ausgewiesen für den 102er.

[image]

Versuchsweise habe ich den 102er, da er die größere Testgröße hat, mal als instabilen Neupunkt mit unterschiedlicher Punktnummer in den jeweiligen Epochen ins Netz eingeführt und die Deformationsanalyse wiederholt. Nun wird kein Referenzpunkt mehr als verschoben verdächtigt. Die ermittelte Verschiebung zwischen 102_0 und 102_1 ist aber knapp 3mm (siehe auch Stabilpunkttest).

[image]

Vergleichen wir nun mal die Strecken in beiden Epochen zum 102er. In der Epoche 1 beträgt diese: 93.5657m (+/-0.0001) in der Folgeepoche hast Du hingegen 93.5675m gemessen. Hier sind ja bereits 2mm Unterschied zu erkennen. Der 102er ist im Prinzip nur polar angehängt (siehe Netzbild unten). Es existiert somit keine (unabhängige) Kontrolle von einem anderen Standpunkt aus. Ich würde versuchen, mind. einen weiteren Standpunkt zB. 103 oder/und 104 noch zu besetzen, sodass Du eine tief-greifende Kontrolle hast. Im Moment lässt sich nur bedingt sagen, ob der Punkt 102 sich verschoben hat, oder die Streckenmessung z.B. durch Zentriergenauigkeiten fehlerbehaftet ist.

[image]

Ich hoffe, das hilft Dir weiter.

Gruß Micha

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Deformationsanalyse, JAG3D

Deformationsanalyse mit JAG3D

Pierre @, Lindlar, Dienstag, 26. Oktober 2010, 19:55 (vor 2487 Tagen) @ Micha

Nabend Micha,

ja das ist vernichtend einleuchtend ... :-(

Das Netz anders aufzubauen ist örtlich, sagen wir mal, im Verhältnis des Aufwandes unmöglich. In Anbetracht der Örtlichkeit, hat sich der Punkt 102 verschoben, das kann ich mir vorstellen. Da lass ich mir demnächst was Einfallen ...
Das Schlimme daran ist, dass es örtlich imens kompliziert ist ... aber man kann sich das ja leider nicht aussuchen ...

Sag mal wo bekomme ich die Netzskizze in JAG3D her ... ?! Ich habe da mal gesucht, aber irgendwie nix gefunden ... :-|

Ich muss schon sagen JAG3D ist echt der Hit, jetzt mit Defo-Analyse und Netzskizze ... Respekt ... davon können sich viele viele "Andere" ne große Scheibe abschneiden.

Wenn jetzt noch einer davor sitzt, der weiß, was er tut, ja denn könnte man den Vogel abschießen ...

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Deformationsanalyse mit JAG3D

Micha ⌂, Bad Vilbel, Dienstag, 26. Oktober 2010, 20:32 (vor 2487 Tagen) @ Pierre

Guten Abend Pierre,

Das Netz anders aufzubauen ist örtlich, sagen wir mal, im Verhältnis des Aufwandes unmöglich.

Das ist vermutlich bei den meisten Aufgabenstellungen der Fall, so meine Erfahrung ;-) Ist ein freier Standpunkt auch nicht realisierbar?

Sag mal wo bekomme ich die Netzskizze in JAG3D her ... ?! Ich habe da mal gesucht, aber irgendwie nix gefunden ... :-|

Ich vertröste Dich mal auf Morgen oder Übermorgen, dann werde ich eine Version freigeben. Ich möchte noch ein paar kleine Tests machen. Im Moment gibts diese Option noch nicht in der aktuellen Version, sodass Du dort noch nichts finden kannst.
Im Plot habe ich Zoom- und Pan-Funktionen drin, die nur mit der Maus gehen. Hier bin ich mal gespannt, wie das bei Dir auf dem Mac funktioniert - oder hast Du dort inzwischen drei Tasten auf der Maus?!

Einen schönen Abend wünsche ich Dir noch,
Micha

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Deformationsanalyse mit JAG3D

Pierre @, Lindlar, Sonntag, 21. November 2010, 17:26 (vor 2461 Tagen) @ Micha

Nabend Micha,

Im Plot habe ich Zoom- und Pan-Funktionen drin, die nur mit der Maus gehen. Hier bin ich mal gespannt, wie das bei Dir auf dem Mac funktioniert - oder hast Du dort inzwischen drei Tasten auf der Maus?!

:-D Naja jede jede Mac-Maus hat eigentlich drei bzw. mehr Tasten, zumindest bis in die jüngere Vergangenheit. Eine Taste hört sich auch wirklich wie ne Taste an, klickt also wie man es kennt, die anderen Tasten sind Sensorfelder und je nachdem wie man die Fingerchen bewegt ist das halt die rechte Maustaste etc. oder ne andere Funktion - das ganze funktioniert erstaunlich gut.

Ich selbst hab aber zur Zeit ne Logitech x-Tasten-Maus am Mac im Betrieb.

Die Defo-Grafik funktioniert am PC und Mac, nach meinen bisherigen Tests tadellos, sehr sinnvolles und hilfreiches Feature.

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Plotfunktion in JAG3D

Micha ⌂, Bad Vilbel, Sonntag, 21. November 2010, 22:04 (vor 2461 Tagen) @ Pierre

Guten Abend Pierre,

vielen Dank für Deine ausführliche Analyse ;-)

jede jede Mac-Maus hat eigentlich drei bzw. mehr Tasten, zumindest bis in die jüngere Vergangenheit.

Da Du ja den direkten Vergleich zum Win-PC hast, kannst Du sicher am Besten beurteilen, ob es intuitiv ist. Ich habe drei Sachen eingebaut. Unter Win gehts wie folgt. Recht Maus gedrückt halten --> Pan-Funktion. Mit der Linken Maustaste kannst Du ein Fester aufziehen, in welches gezoomt wird. Mit dem Mausrad wird die Zoom to Point Funktion aktiv. Du zoomst also auf den Mauszeiger rein bzw. raus.

Die Defo-Grafik funktioniert am PC und Mac, nach meinen bisherigen Tests tadellos, sehr sinnvolles und hilfreiches Feature.

Danke. Ich habe nun eine Art Layer-Manager hinzugefügt, sodass man auch bestimmte Bereiche ausblenden kann. Die Layer ergeben sich aus den einzelnen Punkt- und Beobachtungsgruppen.
Bei den Deformationsvektoren werden auch die Konfidenzellipsen (grün) gezeichnet. Diese werden idR. von den Fehlerellipsen nach HELMERT (grau dargestellt) verdeckt. Hier müsstest Du die Fehlerellipsen zunächst mal deaktivieren.

Du kannst das ganze nun so graphisch deuten. Ist der Vektor vollständig innerhalb der Konfidenzellipse, so ist die ermittelte Deformation nicht signifikant. Ist der Vektor außerhalb der Konfidenzellipse, so ist (zumindest statistisch gesehen) eine signifikante Verschiebung vorhanden.

Schönen Sonntagabend wünsche ich Dir!
Micha

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Tags:
OpenSketsch, JAG3D, Maus, Zoom, Pan, Graphik, Plot, Java

Plotfunktion in JAG3D

Sven, Freitag, 25. November 2011, 11:32 (vor 2093 Tagen) @ Micha

Hallo Michael,

ich war letzte Woche auch in Berlin und habe seitdem ein wenig mit JAG3D gearbeitet.

Mit der Darstellung der Deformationsanalyse komme ich nicht ganz klar:

Du kannst das ganze nun so graphisch deuten. Ist der Vektor vollständig innerhalb der Konfidenzellipse, so ist die ermittelte Deformation nicht signifikant. Ist der Vektor außerhalb der Konfidenzellipse, so ist (zumindest statistisch gesehen) eine signifikante Verschiebung vorhanden.

Ich habe in meinem Beispiel im Plot einen Vektor der innerhalb der Konfidenzellipse liegt. Im Protokoll der Deformationsanalyse unter Verschiebungsvektoren ist die Verschiebung aber als signifikant angehakt mit folgenden Werten: Vektor = 0.0043 und Sigma d = 0.0012.

Verstehe ich da was falsch? Wird der Vektor im Plot im gleichen Maßstab wie die Konfidenzellipse dargestellt?

Schöne Grüße von Sven

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Plotfunktion in JAG3D

Micha ⌂, Bad Vilbel, Freitag, 25. November 2011, 14:49 (vor 2093 Tagen) @ Sven

Hallo Sven,

Ich habe in meinem Beispiel im Plot einen Vektor der innerhalb der Konfidenzellipse liegt.

Darf ich kurz fragen, welche Farbe Deine Ellipse hat bzw. Deine Ellipsen haben: grau oder grün?

Da Du diesen Punkt im Plot siehst, handelt es sich mind. um einen 2D-Punkt. Kannst Du mal bitte Tprio, Tpost und entsprechend Kprio und Kpost benennen?

Der Maßstab ist schon der selbe. Denkbar ist, dass es zu einem Darstellungsproblem kommt, weil ich 1Px auf dem Bildschirm nicht noch einmal teilen kann. Hierzu müsste der Pfeil aber den Rand der Ellipse wenigstens berühren - siehe Screenshot.

[image]

Schöne Grüße
Micha

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Plotfunktion in JAG3D

Sven, Montag, 28. November 2011, 10:35 (vor 2090 Tagen) @ Micha

Hallo Micha,

die Ellipsen sind grün - siehe Bild.
Die Punkte 25 (Pfeil etwas außerhalb) und 19 (Pfeil etwas innerhalb) sind polare Anhänger in einem Polygonzug.

Hier die Werte aus dem Protokoll der Deformationsanalyse:

m Kprio Kpost
2 5.865 5.846

Verschiebungsvektoren
Epo1 Epo2 ǁdǁ ▲ σd ▲ Tprio▲ Tpost▲ Signifikant▲
25-1 25-2 0.004086 0.001066 12.359461 7.752274 x
19-1 19-2 0.003328 0.001049 8.203018 5.145212 x

Bei der Epoche 1 wurde der Globaltest nicht verworfen, bei der Epoche 2 wurde er verworfen. Ich habe die Deformationsanalyse aber gerechnet ohne die unsicheren Beobachtungen zu deaktivieren.


Grüße von Sven

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Plotfunktion in JAG3D

Micha ⌂, Bad Vilbel, Montag, 28. November 2011, 11:11 (vor 2090 Tagen) @ Sven

Hi Sven,

ich kann das Bild nicht sehen (habe den Eintrag aus Deinem Beitrag entfernt). Um es verfügbar zu machen, muss es im Internet sein. Ich habe natürlich keinen Zugriff auf Deine Festplatte. Ein kostenfreier Dienst um Bilder hochzuladen ist bspw. http://imageshack.us/ - es gibt auch andere.

die Ellipsen sind grün - siehe Bild.

Okay, dann sind es die richtigen ;-)

Die Punkte 25 (Pfeil etwas außerhalb)

Okay, hier ist die Testgröße auch erhöht gegenüber dem kritischen Wert.

19 (Pfeil etwas innerhalb) sind polare Anhänger in einem Polygonzug.

Hier ist nach der 3σ-Regel also eine knappe Überschreitung drin. Es kann durchaus sein, dass es hier zu einem Darstellungsproblem kommt. Die Netzskizze wird aus den angegebenen Zahlen generiert. Insofern gilt: Im Zweifelsfall für den berechneten Wert ;-) In meinem gezeigten Plot ist es auch schwer zu erkennen, ob der Pfeil drin oder draußen liegt.

Bei der Epoche 1 wurde der Globaltest nicht verworfen, bei der Epoche 2 wurde er verworfen.

Ich persönlich schaue erst am Ende auf den globalen Test. Wichtiger ist es mMn. die einzelnen Beobachtungsformen bzw. -typen aufeinander abzustimmen. Nehmen wir an, Deine Strecken und Richtungen machen jeweils 50% vom Redundanzanteil aus. Dann würde der Globaltest auch i.O. sein, wenn die Strecken doppelt so genau angenommen werden, als sie es tatsächlich sind, und gleichzeitig die Richtungen nur halb so genau a-priori eingeführt werden. Ziel sollte es also sein, die Beobachtungstypen abzustimmen. Wenn das passiert ist, passt idR. auch der Globaltest.

Ich habe die Deformationsanalyse aber gerechnet ohne die unsicheren Beobachtungen zu deaktivieren.

Wenns Dir nur um den Plot ging, sollte das unerheblich sein.

Schöne Grüße
Micha

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Plotfunktion in JAG3D

Micha ⌂, Bad Vilbel, Sonntag, 18. Dezember 2011, 10:03 (vor 2070 Tagen) @ Sven

Hi Sven,

Ich habe in meinem Beispiel im Plot einen Vektor der innerhalb der Konfidenzellipse liegt. Im Protokoll der Deformationsanalyse unter Verschiebungsvektoren ist die Verschiebung aber als signifikant angehakt...

Ich hatte das nun bei einem 3D-Netz auch. Ursache ist hier jedoch, dass die Deformation in z-Richtung stattfindet/-fand und der Plot lediglich die Lage wiedergibt. Bei einem 2D-Fall kann ich das geschilderte bisher noch nicht weiter reproduzieren.

Gruß Micha

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