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Freie Netzausgleichung 2D Netz (Software)

Micha ⌂, Bad Vilbel, Montag, 04. Juli 2016, 15:42 (vor 476 Tagen) @ Stephan

Hi Stephan,

Habe die Vorträge im Forum so ein bißchen mal durchgelesen. Wenn ich Horizontalrichtungen habe, dann muss ich für jeden Standpunkt eine einzelnen Datei erzeugen und importieren?

Die Gruppen definieren sich über die Zusatzunbekannten und der Möglichkeit eines einheitlichen stoch. Modells. Alle Beobachtungen, die ein und dieselbe Zusatzunbekannte besitzen, müssen demnach in die selbe Gruppe. Ferner kann man die Gruppengenauigkeiten einstellen, die dann auf die Beobachtungen der Gruppe übertragen wird.

Bei den Richtungen ist es die Orientierung des Teilkreises, die unbekannt ist. Folglich müssen die Richtungen zusammengefasst werden, die die selbe Orientierung haben - also der Richtungssatz (oder die Sätze mit identischer Orientierung, wenn bspw. 2 Vollsätze gemessen wurden).

Wenn ich aber Horizontalwinkel habe dann kann ich das alles in eine Gruppe importieren?

Ja, weil die Orientierung hier wohl nicht mehr unbekannt ist.

Wie ist das mit den Strecken ( Horizontalstrecken und Schrägstrecken )? Müssen diese auch nach Standpunkten getrennt werden?

Wenn Du für eine Streckengruppe einen separaten Maßstab schätzen willst, müsstest Du diese trennen. Solltest Du mit zwei unterschiedlichen Instrumenten arbeiten, macht es ggf. auch Sinn die Daten zu trennen, um ein stochastisches Gruppenmodell pro Instrument aufstellen zu können. Ansonsten können alle Beobachtungen hier aber in eine einheitliche Gruppe.

Wie stelle ich das nun an, dass meine Netzgeometrie erhalten bleibt und das Netz in den Schwerpunkt der Anschlußpunkte gelegt wird.

Dies wird nur bei der freien Ausgleichung möglich sein. In jeder anderen Variante wird Anschlußzwang ausgeübt. Die Anschlußpunkte sollten dann Datumspunkte sein.

Die Punkte müsste man dann als Anschlußpunkte definieren. Wenn ich die Genauigekit sehr hoch ansetze verhält es sich wie bei einer Hierarchischen Ausgleichung und würden Spannungen auch das Netz ausüben. Möchte aber eigentlich die genaue Netzgeometrie erhalten.

Wenn Deine Punkte soviel Spannung ausüben, sind sie dann für den Anschluß überhaupt geeignet? Ich würde, wenn eine dynamische Netzausgleichung durchgeführt werden soll, den Anschlußpunkten realistische Unsicherheiten geben. Dann solltest Du vor allem aus Sicht der Nachbarschaft eine gute Einpassung haben und kannst die Punkte direkt auf Veränderung hin untersuchen.

Die Anschlußpunkte sind mit GPS bestimmt. Einmal Vormittags und einmal Nachmittags um verschiedene Satellitenkonstellationen zu erhalten, anschließend wurden die dann einfach gemittelt. Mit dieser Vorgehensweis haben wir immer sehr gute Ergebnisse erzielt. Die Höhen sind natürlich nivelliert:).

Dann führe diese doch mit eine GNSS-typischen Unsicherheit als Anschlußpunkte ein: bspw. 1-5 cm. Für die Höhe kannst Du diese ja ggf. noch etwas nach oben anpassen entsprechend Deiner Erfahrungen. Ich finde diese Vorgehensweise legitim.

Im Protokoll von Nivnet kann ich die Ausreißer durch die Normierte Verbesserung identifizieren, gibt es das in deinem Programm auch?

Selbst verständlich hat JAG3D entsprechende Teststatistiken für die Beobachtungen. Es sind jeweils die letzten Spalten mit dem Namen Tprio bzw. Tpost. Eine Zusammenstellung der Tabellenbezeichnungen findest Du im Wiki. Derzeit werden einige Bilder nicht geladen. Das muss ich am WE mal prüfen. Mein Provider hatte vor kurzem einen 24 h Ausfall, seit dem sind diese weg.


Viele Grüße
Micha

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Tags:
JAG3D, freie Netzausgleichung, Datum, Datumspunkte, Anschlußpunkte


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