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Freie Netzausgleichung 2D Netz (Software)

Micha ⌂, Bad Vilbel, Montag, 27. Juni 2016, 17:46 (vor 361 Tagen) @ Stephan

Hallo Stephan,

Habe Horizontalstrecken und Richtungen (Horizontalwinkel) komfortabel importiert.

Okay. Hast Du auch die Punkte (Stand- und Zielpunkte) mit importiert oder nur die Beobachtungen?

Kann ich das Netz auch ohne mir vorliegende Koordinaten ausgleichen?

Für ein 2D und ein 3D Netz musst Du zumindest hinreichend gute Näherungswerte vorgeben. Wenn Du kein exotisches Datenmaterial hast, kannst Du auch die Näherungskoordinaten von JAG3D bestimmen lassen. Hierzu muss aber jeder Punkt zumindest als Objekt vorliegen, im Zweifelsfall mit den Pseudokoordinaten [0/0].

Die Näherungswerte sind notwendig, da Du - im Gegensatz zum Nivellement - ein nicht-lineares Gleichungssystem hast, welches zu linearisieren ist.

"Fehler, das aufgestellt Gleichungssytem ist singulär und konnte nicht geläst werden!!

Fehlende Näherungswerte könnten diese Meldung provozieren.

Ich kannte es Höhenmäßig, dass man das Netz auch ohne bekannte Koordinaten ausgleichen kann.

Ja, beim Höhennetz benötigst Du bzgl. der Punkte auch keine Näherung, weil es ein linearer Zusammenhang ist. Aber auch hier musst Du ein Punktobjekt für jeden Punkt anlegen bspw. mit der Pseudohöhe Null.

Im Prinzip frei.

Unter einer freien Ausgleichung verstehen wir einen bestimmten Ausgleichungsmodus. Ich bin mir nicht sicher, ob wir beide darunter das selbe verstehen. Es hat nichts damit zu tun, ob Du im Netz Punkte "vorgeben" musst oder eben nicht.
Pierre hat hierzu im Wiki einen Eintrag verfasst, der die Netzanschlüsse mal klassifiziert.

Ich habe dann Koordinaten importiert und diese dann unter den Eigenschaften auf Datumspunkte gestellt. Das ist doch die Vorgehensweise für die freie Ausgleichung?

Ja, dass ist korrekt. Diese (und auch die möglichen Neupunkte) sollten aber dennoch Näherungswerte besitzen - s.o.

Dann würde ich es dynamisch ausgleichen, die Punkte als Anschlußpunkte deklarieren und neu rechnen lassen.

Das hängt von Deiner Aufgabe ab. Bei einer Deformationsanalyse wäre i.A. nach der freien Ausgleichung bereits Schluß. Wenn Du aber einen Anschluß an ein bestehendes Netz realisieren möchtest, ist dass eine mögliche Vorgehensweise. Was mich jedoch wundert ist, dass Du in diesem Fall ja doch Koordinaten von (einem Teil der) Punkten hast. Diese könntest Du auch bei der freien Ausgleichung bereits verwenden und lediglich für die übrigen Punkte die Näherungen ableiten.

Somit bekomme ich ein Urteil über die Festpunkte und kann dann ggf. Punkte mit schlechter Qualität deaktivieren.

Die Qualität der Punkte kannst Du hier beurteilen, wenn es genügend Kontrolle gibt. Sollte einer der Punkte als Ausreißer deklariert werden, würde ich diesen aber nicht deaktivieren, sondern als Neupunkt im Modell belassen. Die Messungen zu bzw. von diesem Punkten waren ja in Ordnung (Ergebnis der freien Ausgleichung).

Die Netzgeometrie bleibt erhalten, es wird nur in den Schwerpunkte der aktiven Anschlußpunkte gelegt.

Nein. Das Netz steht unter Zwang. Du führst ja Unsicherheiten für die Punkte ein. Wenn Du also bspw. einstellst, dass Deine Punkte 0,1 µm genau wären, sind diese quasi fest und haben nur noch wenig Spielraum. Folglich üben sie Zwang auf Deine Messungen aus.
Deine Formulierung trifft eher auf die freie Ausgleichung zu.

Entweder man lässt das dann so oder gleicht das Ganze nochmal hierarchisch aus.

Das ist dann noch eine akademische Auswertung. Die hierarchische wird meines Wissens nicht mehr praktiziert. In einigen Vorschriften wird explizit nur noch die dynamische Auswertung zugelassen. Schau Dir mal die Vorschriften aus NRW an.


Viele Grüße
Micha

--
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Tags:
Netzausgleichung, JAG3D, Netz, 2D, freie Ausgleichung


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