Standardabweichungen - "Äpfel" und "Birnen" math.vergleichen (Allgemeines)

Vallery, Dienstag, 04. März 2014, 00:01 (vor 1212 Tagen) @ Micha

Hi Micha!

Danke für die Hilfestellung. Normierte Verbesserung hab ich gefunden und damit kann ich was anfangen. (kontemplativ)

Aber wie ist das wenn ich nicht ungleich genaue Beobachtungen zusammen betrachte sondern unterschiedliche: Winkel und Strecken.

Was wäre denn gleich genau bei Winkelmessungen und Steckenmessungen in einer Ausgleichungsrechnung und der Bestimmung von den Gewichten.

(In dem Gauß Markov Modell steht für jede Beobachtung eine Formel ein funktionaler Zusammenhang und wohl ein Element in irgend einer Matrix; und eine Richtung ist ja eine einzelne Beobachtung und nicht Richtung + Strecke...)

Die Gewichte spielen ja eine wichtige Rolle. Rechnet die Ausgleichungssoftware selbst wie weit so eine Richtung (zu einem Punkt geht) und wieviel das dann schlenkert für eine bestimmte Standardabweichung?

Wenn ich jetzt Ausreißer suche mit den Normierten Verbesserungen kann ich dann die für Richtungsabweichungen (milligon) und Streckenabweichungen (mm) gleichwertig anschauen und vergleichen. Da sind ja dann wieder die Äpfel und die Birnen. Oder schau ich da falsch hin?

Noch eine Frage "Was sind den "Beitragsgrößte Verbesserungen" in einem (älteren) Ausgleichungssoftwareprogramm. In der Literatur gibt es den Begriff so nicht - zumindest nicht so häufig, dass ich den finden konnte.

Ist das ein veralteter Begriff? Normiert scheinen die nicht zu sein. Bei Schofield - Engineering Surveying gibt es so etwa,s was in den Protokollen der worked examples aussieht wie "Beitragsgrößte Verbesserungen." Zu einer Art normierter Verbesserungen kommt Schofield erst bei der weiteren Betrachtung.

In Schofield sind sehr viele Praxisbezüge und und worked examples - aber manchmal ist man sich nicht sicher ob das so ganz State of the Art ist wie das bei Neitzel beschrieben ist in DVW 61 (2010)

Letzterer liest sich sehr gut. Findet man im geodätischen nicht so oft, dass sich jemand auch als SystematikerIn versucht... Neitzel scheint so irgendwie die next Generation (Who? My Generation!) der großen Namen aus zu machen. Urvater Gauß und so, Altvater Helmert - Klassiker des 20ten Jahrhunderts Baarda, Förstner - deren Erben Pelzner, Caspary, Niemeier - und die neue Mitte Neitzel... da fehlen einige Namen sicherlich. Navratil schreibt auch sehr anschaulich!

Irgendwie haben sich ab den 60ern aber "alle" auf Modellentwicklung und robuste Ausgleicher gestürzt und in den 80er Jahren auf GPS. Da scheint dann zwar zwangsläufig implizit wegen der Datenintegration in die traditionellen Bezugssysteme etwas Systematik (Ordnung) in Spiel gekommen zu sein. aber so den State of the Art oder die Kunst des Messen hat selten wer explizit zusammengefaßt.

Immerhin sind da mit GPS wohl auch Fehlerbetrachtungen zu systematischen Meßfehlern wieder ins Spiel gekommen weil es da gar nicht anders geht scheinbar um zu dieser nun etablierten Genauigkeit zu kommen. So richtig eine Abhandlung über systematische Fehler und die daraus bedingten Korrelationen, Kunst des Messen usw. findet man in einer gewissen Breite - die auch gar nicht an jeder Stelle durch den Instrumentenbau überholt ist - bei Helmert (1924, 1. Auflage 1872). Vor allem findet man wenig zum guten Theo (in der "totalen" Ausprägung - Theo bleibt Theo so wie ein Auto mit ESP, ABS und Navi ein Auto bleibt... Totalstation war ein Verkaufsbegriff finde ich in der Übergangszeit, man sollte wieder Theo sagen, Theos sind lieb...)

Was die Zuverlässigkeit von Absolutkoordinaten bei GNSS jetzt beschreibt und ausmacht ist mir nicht nicht aufgegangen. (Redundanzanteile und so)

Geodäsie ist schon ein tolles Feld je mehr mensch erfährt, desto mehr Fragen tun sich auf.

Einmalig ist allerdings diese Institution der "letzte klick" hier! Da kann so schnell nichts mithalten . Ich denke - wenn ich das richtig überblicke kann mensch sich da bei Micha bedanken (und natürlich auch bei den vielen anderen die ihre Erfahrung mit einbringen.)

Danke für all das hier bei den Geodäten!:-)

Ein Frage gleich noch hintendran: Gibt s irgendwo was wo diese Proben der Ausgleichsrechnung beschrieben werden,m ich meine sinngemäß und nicht nur formelmäßig. (Matrizenrechnung) ist gar nicht meines: pvv aus Mormalgleichungen etwa da sagt mir nicht viel. Was pvv aus Verbesserungen ist schon, aber was stellt das Äquivalent aus den Normalgleichungen dar in so einer Probe und was wird verprobt. Die Modellbildung (mein Häkchen setzen) oder ob was abgestürzt ist im Programm?


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